World Bicycle Relief: Buffalo-Bikes für Afrika

Der World Bicycle Relief will Menschen in Afrika mobil machen – mit einem eigens entwickelten Fahrrad. Und nebenbei erinnert das Projekt daran, was das Fahrrad in seinen Anfangsjahren für die Europäer bedeutete.

Ethel and friend_school

“Dies ist kein Fahrrad (es ist eine Maschine zur wirtschaftlichen und kulturellen Befähigung)”. Genau das war das Fahrrad vor 100 Jahren auch bei uns. Im englischen Original ist der Sinn dieser Aussage vielleicht besser verständlich: Beim Wort “Bike” denken wir unwillkürlich an Sportlichkeit und Freizeitorientierung; nicht daran, mit dem Rad zur Arbeit oder zur Schule zu fahren – oder zum Brunnen, zum Markt, zum Doktor …
Der World Bicycle Relief (WBR) hat sich zum Ziel gesetzt, das Leben der Menschen in Afrika mobiler zu gestalten und damit zu verbessern. Wie das funktionieren kann, zeigt ein einfaches Beispiel: Alleine in Südafrika gehen 12 Mio. Kinder zu Fuß zur Schule; 500.000 davon sind pro Strecke mehr als zwei Stunden unterwegs – vier Stunden am Tag nur für den Schulweg! Mit dem Fahrrad lässt sich diese Zeit auf eine Stunde reduzieren.

 


Hightech-Bikes, wie wir sie in unserer Freizeit bewegen (und wie sie SRAM-Mitbegründer Frederick Day, Initiator des WBR, herstellt), braucht es dazu nicht – das “Buffalo” genannte Fahrrad für Afrika hat keine Schaltung und kein Licht, dafür einen stabilen Gepäckträger und simple, wartungsarme Technik. Die Fertigung der Komponenten geschieht in Asien, montiert werden die Buffalos in Afrika. Etwas mehr als 182.000 diese Bikes sind inzwischen im Einsatz; eine Spende von 110 € bringt ein weiteres auf den Weg.
Die Fahrräder des World Bicycle Relief mögen uns wie die Vergangenheit des Velomobils erscheinen – doch für ihre Nutzer sind sie vielleicht der Weg in eine bessere Zukunft. Wie vor 100 Jahren hier in Europa.