Rasen-de Radpolo-Spieler

Rasen-de Radpolo-Spieler

Nicht neu, aber eine Renaissance wert: Wann wird endlich wieder Rasenradpolo gespielt? Für die ländliche Variante des urbanen Trendsports braucht man nicht mehr als eine Grünanlage oder einen Fußballplatz, und schon kann’s losgehen – wie anno dazumal in Irland.

 

“Es gibt nichts Neues unter der Sonne”, seufzt schon König Salomo im Alten Testament. Das stimmt natürlich nicht – der Polosport etwa wurde erst 150 Jahre nach der Lebenszeit des Weisen (beziehungsweise seines historischen Vorbildes) erfunden, etwa 600 v. Chr., um genau zu sein. Wie mag es da mit der Sportart Radpolo ausschauen? Im Saalsport ist die Disziplin in der Tat nichts Neues, unter der Sonne freilich sieht die Sache anders aus: Hier gilt Bike-Polo als ziemlich junger Trendsport, erfunden von taffen Radkurieren in den USA, die endlich mal etwas ohne Autoverkehr machen wollten – aber mit Fahrrad. Mehr als eine große, glatte Fläche braucht es nicht, einmal abgesehen natürlich von Fahrrädern (gerne solche mit starrem Gang, des Balancierens wegen), Schlägern und einem Ball. 
Vereinzelt findet man Fotos von Polofahrern, die auf einer Grasfläche unterwegs sind – sozusagen die ländliche Variante des “Urban Bike Polo” der städtischen Radszene. Und damit wären wir wieder bei König Salomo und seinem Aphorismus – denn Rasenradpolo wurde schon im letzten Jahrhundert gespielt, beispielsweise 1938 in Irlands Hauptstadt Dublin. Damals war dort diese Sportart der letzte Schrei, wie der historische Film vom Match im Phoenix Park zeigt. 
Ob es an der Zeit ist, Rasenradpolo wiederzubeleben? Eine Austragung auf Querfeldeinrädern böte sich an, auf jeden Fall jedoch sollte jemand einen Ghettoblaster mitbringen: um die mitreißende Musik abzuspielen, mit der das spannende Spiel der Iren unterlegt ist…