Fahrrad des Monats: Senkrechtparker aus Fasermatten

Vielleicht kommt sie ja bald, die große Zeit der Velomobile. Dann könnte Axel Ewen sagen: „Ich hab’s ja schon immer gewusst“, und mit seinem Leichtbau-Zweisitzer zufrieden zum Einkaufen fahren …

„Ich finde, dieses Gefährt entspricht einer nahezu kindlichen Vorstellung von Mobilität“, freut sich Axel Ewen. „Es ist weder Auto noch Fahrrad, sondern irgendwas dazwischen.“ Ohne respektlos sein zu wollen, könnte man beim Anblick des Velomobils auch an ein übergroßes Tretauto denken, und letztlich geht das Dreirad mit der breiten „Big Apple“-Bereifung auch in diese Richtung. Nur: Es ist nicht Vorstufe oder Ersatz des Autos, sondern Alternative dazu.

Je nach Perspektive ist die Fahrt mit dem Velomobil eine Entdeckung der Langsamkeit oder überraschend flott – jedenfalls, wenn man zu zweit in die Pedale tritt. Der 160 Liter fassenden Kofferraum erweist sich als überaus praktisch, wenn viele Einkäufe zu verstauen sind. Seine Größe lässt es schwerfällig erscheinen, aber tatsächlich wiegt das Fahrzeug nur so viel wie zwei durchschnittliche Tourenräder, nämlich gut 32 Kilo. Unwillkürlich fragt man sich, wie viel Fahrspaß das Velomobil auf einer langen, kurvigen Abfahrt wohl bringen würde – vielleicht liegt’s an der Rechtslenkung, bei der man unwillkürlich an einen englischen Sportwagen denkt. Anders als dieser lässt sich Axel Ewens Kunstfaser-Kreation aber sehr platzsparend parken – einfach hochkant stellen und mit einem Fahrradschloss an einem Schildermast oder ähnlichem sichern. Praktischer Nebeneffekt, so Ewen: „Niemand steigt währenddessen ein.“

 

Ein Kommentar

  • Robert Kulle sagt:

    Mir fehlt in diesem Artikel der Hinweis auf Harald Winkler, der in seinem “MEUFL” (MittelEUropäischem FahrradLabor) das Asphalttretboot entwickelt und eine Baubeschreibung herausgegeben hat.
    Das Fahrzeug ist eine Weiterentwicklung dieses Modells, die coole Senkrechtparkfunktion zum Beispiel ist ebenso von Axel Ewen hinzugefügt wie etliche andere Details. Beide sind aus meiner Sicht herausragende Fahrradentwickler.
    Zu Axel Ewen möchte ich in diesem Zusammenhang z.B. auf das Knirps-Faltliegerad hinweisen.