Fahrrad des Monats: Harley ohne Motor

Herr Gerd Fischer aus Hamburg stellt seine Harley ohne Motor vor. Man wird angeredet, kommt ins Gespräch. Ganz klar: Wer so was fährt, braucht keinen Hund. Früher hätte es das aber nicht gegeben.

„Wie eine Harley ohne Motor“, so beschreibt Gerd Fischer seinen roten Chopper, unser Fahrrad des Monats Juli. Man fühlt sich erinnert an den Film „Easy Rider“ – und fängt an herumzuspinnen: Ist der nette Rentner aus Hamburg mit seiner Tret-Harley vielleicht im Ölkrisenjahr 1973 über leere Autobahnen gerollt, den spärlichen Fahrtwind in den Haaren? Nein, so alt ist das Fahrrad nicht. „Ich habe es aus einem Laden auf St. Pauli, nur in Metallic-Rot gibt es das nicht mehr“, verrät der stolze Besitzer. Hergestellt wurde das Rad von der US-Firma Felt, die auch ganz seriöse Fahrräder anbietet. Die Taschen an der Gabel hat Fischer ergänzt, ebenso die etwas überdimensioniert wirkenden Griffe – die waren eigentlich für eine echte Harley bestimmt, erzählt er. Das Fauber-Tretlager und der Seitenständer wirken im Vergleich dazu ziemlich mickrig.
Wenn der Cruiser auch fahrradhistorisch und technisch nicht übermäßig interessant ist – ein Blickfang, der Gesprächsstoff bietet, ist er allemal. Allenthalben wird Herr Fischer von Passanten angesprochen, Autofahrer lassen die Fenster herunter, Menschen wollen ihn fotografieren. „Eine Frau um die 70 stand mal neben mir an der Ampel und meinte, ‚das ist ja ein geiles Fahrrad‘“, erzählt Herr Fischer. „Früher hätte man so was nicht sagen dürfen.“ Früher hätte ein älterer Herr sicher auch nicht solch ein Fahrrad fahren dürfen, sonst hätte er vielleicht geendet wie die Protagonisten aus „Easy Rider“ …Gerd Fischer im Museum der Arbeit

Gerd Fischer im Museum der Arbeit

Gerd Fischer im Museum der Arbeit