Fahrrad des Monats: Ein Dürkopp mit Messtechnik

Fahrrad des Monats: Ein Dürkopp mit Messtechnik

Seinen 107. Geburtstag kann dieses historische Rennrad demnächst feiern. Den Hersteller hat es damit längst überlebt, vom Erstbesitzer gar nicht zu reden. Trotzdem erfreut es sich bester Gesundheit und wäre für eine flotte Runde gut, stünde es nicht im Museum …

Ein über hundert Jahre altes Fahrrad aufzutreiben ist schon ein Glücksgriff, zumal, wenn noch einiges an Originalzubehör erhalten ist. Thomas Deitlaffs Dürkopp Diana, 1998 in Paris erworben, ist so ein Fall: Das Rennrad von 1908 rollt auf Holzfelgen, die mit geklebten Reifen versehen sind; der vernickelte Lenkerbügel zeigt den typischen abfallenden Oberlenker – aus dieser Form entwickelte sich der heutige Rennlenker. Deitlaff zufolge war das Modell ursprünglich ein Bahnrad, was angesichts der Rahmengeometrie – flacher Lenkwinkel, weit vorgebogene Gabel – erst einmal seltsam erscheint. Doch die Straßenrennräder jener Zeit waren teils noch extremer gebaut, um auf schlechten Straßen guten Geradeauslauf und Fahrkomfort zu bieten. Mit Hinterradbremse, Rahmentasche und Luftpumpenhalter wurde das Rad dann auf den Straßeneinsatz umgerüstet.

Bemerkenswert ist der Einsatz moderner Messtechnik am Oldtimer: Am Lenker prangt ein Taschenuhrhalter samt Uhr, an der Gabelspitze ist ein Zählwerk für die Wegstrecke befestigt. Derartige Tachos waren seit dem späten 19. Jahrhundert bekannt.

„Wer Dürkopp nimmt, der siegt bestimmt“, warb der Bielefelder Fahrradpionier nach seinen zahlreichen Rennsiegen. Immerhin bis 2006 wurden unter dem klangvollen Namen Fahrräder verkauft, am Ende freilich eher einfaches Material. Die glorreichen Zeiten eines Dürkopp Diana sind unwiederbringlich vorbei …

 

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