Fahrrad des Monats: Auch ohne Lack bildschön

Fahrrad des Monats: Auch ohne Lack bildschön

Florian Bochnigs Clement-Tourenrad von 1921 mag zwar nicht so aussehen wie neu, doch das wollte sein Besitzer auch nicht. Einen Preis hat es dennoch erhalten.

Erhalten oder restaurieren? Dieser Entscheidung muss sich jeder stellen, der sich an ein historisches Objekt heranwagt. Für Florian Bochnig war die Lösung ein “Sowohl – als auch”, als er sein um 1921 hergestelltes Clement-Tourenrad bekam. Um genau zu sein: Bochnig erbte das Rad vom einem Freund, dessen Vater es 1921 gekauft hatte. Vom stolzen Pyrenäenbezwinger (wohl auf den Spuren der Tour de France 1910) war allerdings nicht viel übrig geblieben: Der Rahmen sah aus, als hätte er lange Zeit auf dem Meeresgrund gelegen, von den Komponenten gar nicht zu reden. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten im Winter 2013/14 musste Bochnig dann allerdings nicht allzu viel erneuern – nur Sattel, Griffe und Reifen, also all das, was aus im weitesten Sinne organischen Materialien besteht. 

Der von Lackresten und Rost befreite Rahmen gefiel Florian Bochnig dann mit seiner Patina so gut,  dass er beschloss, diese unter Klarlack zu erhalten – so viel zur Frage, ob man das Rad so weit wie möglich in seinen Originalzustand versetzen sollte. Der mit seltenen Gestängebremsen und Karbidlampe ausgestattete Tourer ist jedenfalls auch so ein Augenschmaus; beim Oldenburger Tweed Run 2014 wurde er immerhin zum Sieger in der Kategorie “Bestes Fahrrad” ausgezeichnet. Und das, obwohl er noch nicht ganz vollständig war: Die originalen Laufräder müssen erst noch eingespeicht werden, was eine zeitraubende Arbeit ist. Ob Bochnig diesen Winter dazu kommt?