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Kultur

Neben der Darstellung der technischen Entwicklung des Fahrrads wird die Kulturgeschichte dieser einzigartigen Erfindung in der Ausstellung ausführlich behandelt. Zwischen 1880 und 1895 spielte es noch die gleiche elitäre Rolle wie zuvor die Eisenbahn und später das Automobil und das Motorrad. Als das Fahrrad nach dem 1. Weltkrieg auch in Deutschland für viele erschwinglich wurde, konnte zum ersten Mal in der Geschichte auch die Arbeiterklasse mobil werden. Thematisiert wird das Fahrrad in der Ausstellung auch als Katalysator weiblicher Emanzipation. So war der Radsport der erste Frauensport überhaupt und erlaubte es Damen, aus praktischen Gründen erstmals Hosen zu tragen.

Dem Aufstieg vor dem 2. Weltkrieg folgt im Zuge der Massenmotorisierung ein Niedergang des Fahrrads ab den 1950er Jahren. Seit den 1980er Jahren erlebt das Fahrrad im Zuge der Diskussion über Umweltzerstörung, Klimawandel und Nachhaltigkeit ein Revival und einen rasanten Aufstieg. Viele Räder sind heute Lifestyle-Produkte und. E-Bikes und Fixies verbreiten sich gleichermaßen  immer mehr. Heute sind Fahrräder Fortbewegungsmittel, Sportgerät und Lifestyleobjekt, teilweise aus exklusiven Materialien hergestellt.

Das Online-Fotoprojekt „we are traffic“ der Hamburger Fotografen Björn Lexius und Till Gläser portraitiert seit Oktober 2012 die unterschiedlichsten Radfahrer und dokumentiert dabei die enorme Vielfalt innerhalb der Fahrradgemeinde.

Foto: “Lars”, Foto Till Gläser, wearetraffic.de