100 Kilometer rund um die Welt

100 Kilometer rund um die Welt

Virtueller Rad-Event statt Massenveranstaltung: Mit den sozialen Netzwerken können sich auch kleine Radgruppen als Teil eines großen Ganzen fühlen. Ein Beispiel sind die „Women’s 100“.

Bei Radsportlern sind große Events sehr beliebt. Zu den Hamburger „Cyclassics“ etwa reisen jedes Jahr Anfang August rund 20.000 Aktive an. Dass die Teilnahme an einem großen, gar globalen Event auch anders aussehen kann, zeigte sich am 20. Juli, dem Tag des „Women’s 100“. Dessen Idee: Weltweit setzen sich Frauen aufs (Renn-) Rad und fahren 100 Kilometer – für manche sportliche Radlerin sicher eine nicht zu verachtende Herausforderung.
Und wo trifft man sich? Überall, und das ist der Clou der Sache. Eine Online-Meldung in den sozialen Netzwerken genügte, um eine beliebige Tour an diesem Tag über diese Distanz zum Teil der Women’s 100 zu machen. Am Ende waren es dann 320 Gruppen in 40 Ländern, die sich auf den Weg machten, darunter in so exotischen Weltgegenden wie Samoa. Beim offiziellen Europa-Event in München waren 40 Frauen am Start. 
Mit insgesamt 8.280 Teilnehmerinnen mag die weltweite Frauenausfahrt zwar kleiner sein als die Cyclassics, doch im Vergleich mit der ersten Women’s 100 vor einem Jahr habe sich die Teilnehmerinnenzahl fast verdoppelt, meldet die Radbekleidungsfirma Rapha, deren Idee das Ganze war. Die Engländer haben noch weitere virtuelle Massenevents im Sortiment, z. B. das „Festive 500“, bei dem man zwischen Weihnachten und Neujahr 500 Kilometer fahren und dokumentieren muss und wie bei der Women’s 100 zur Belohnung einen Aufnäher bekommt. Vielleicht attraktiver, jedenfalls aber exklusiver als die Hamburger Finisher-Medaille …